21 Kommentare
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Avatar von Diana Schmid

"Alles gut" ist meiner Meinung nach zum Synonym für "delete" geworden. Viele Menschen haben durch die sich einschleichende Technik und die aktuelle Gesellschaftsform verlernt, mit dem Mitmenschen umzugehen, mit ihm zu diskutieren, mit anderen Meinungen umzugehen. Sie haben gelernt, dann einfach zu löschen statt sich damit auseinander zu setzen. ABER: es sind ja nicht alle Menschen so. 🙏 Wenn sich die eine Tür schliesst, tut sich eine andere auf... vertraue.

Avatar von Karenina

Ja, deine Meinung ist auch die meine .

Avatar von Dagmar Wienböker

Das bayrische „passt scho“ hat eine andere Qualität … es zeigt die Bereitschaft zum Kompromiss. „Alles gut“ ist für mich auch die Gleichgültigkeit, ich will mich mit dem nicht auseinandersetzen … sag ich selbst im Restaurant, wenn es nicht gut, aber auch nicht richtig schlecht war … eigentlich ein doofer Begriff … lasse ich mal sein.

Avatar von Karenina
3dBearbeitet

Passt scho, das klingt sympathisch !

Avatar von Rainer Walker

Gut, möglich ist auch, dass man im Moment der Konfrontation mit einem neuen Umstand einfach nur gerne etwas Schnauf braucht, und deshalb zum "alles gut-Deodorant" greift. Im Restaurant fragt der Kellner.: "war das Essen gut?" - "Ja, danke, es war ausgezeichnet." Dann fragt der Kellner nicht: "Jetzt seien sie aber mal ganz ehrlich, also, die Knödel, die waren doch versalzen, und der Käse, der war doch hinüber? ". stattdessen gehen wir dann zum Restaurant hinaus und auf dem Heimweg denken wir erst: Die Knödel waren doch versalzen und der Käse, der war hinüber. Dann gehn wir aber nicht zurück und sagen dem Kellner: "he, das war gar nicht iO, das war nämlich so und so...". Am nächsten Morgen liegt uns das Essen noch etwas auf dem Magen und wir denken: Da geh ich nie mehr hin, war scheusslich. So komisch ticken wir.

Avatar von Karenina
4dBearbeitet

Guter Einwand, teilweise berechtigt aber dieses "Alles gut" ist in einem Restaurant . Damit ist es doch ein anderer Kontext, als das worauf ich hinauswollte . 😊aber " Alles gut" deodorant ist ein tolles Wort, denn das trifft es genau

Avatar von Alexey Pichevsky

Ja, aber genau hier, im Restaurant, fängt es an. Wir wollen uns anderen gegenüber immer nett und freundlich darstellen – und denken, dann wird schon alles gut.

Wir haben verlernt, miteinander zu diskutieren, ohne uns sofort verletzt zu fühlen, aber trotzdem respektvoll zu bleiben. Und wir versuchen zu selten, die Meinung des anderen zu verstehen, ohne ihn direkt anzugreifen.

Avatar von Karenina

da stimme ich dir vollkommen zu

Avatar von Buecherbaendiger

Bin zwar schon älter, aber: Ich fühl's 😊

Furchtbare Floskel, sowohl "Alles gut" (gerne mit einem beleidigten Unterton) als auch "SchönTachnoch" (nur echt ohne Augenkontakt und wenn man sich vom Kunden bereits abgewendet hat).

Avatar von Karenina

Genau , ich kann's direkt in meinem Ohr hören 😌

Avatar von Michaela Richter

Liebe Karenina, ich hab über die gleiche Floskel auch schon geschrieben und komme zu einem ähnlichen Schluss.. https://writingslow.substack.com/p/alles-gut-mentale-wellness-oder-passive?r=1azmlc&utm_medium=ios

Avatar von Karenina

danke, habe ich mir gerade durchgelesen.

Scheinbar ,kann alles gut wirklich auch positive Seiten zeigen. Gestern habe ich eine Kollegin gehoert .wie sie einem ängstlichen Patienten “Alles gut” in einer wunderschönen ruhigen Tonlage gesagt hat und es hat mich überrascht. Also kommt es sicher auch auf die Melodie in dieser Floskel an

Avatar von Michaela Richter

Als Mama hab ich beim Trösten oft mantra-artig „alles wird gut“ geflüstert. Es ist sicher ganz viel Stimme entscheidend.

Avatar von Alexandra Russ

Sehr gut zusammengefasst! Alles gut hinterlässt immer eine seltsame Stimmung.

Avatar von Karenina

Danke Dir sehr

Avatar von Simon Jahr

Ich finde, da schwingt auch ein "Dann weiß ich jetzt bescheid" mit. So nach dem Motto "So denkst du slso über mich/ über unsere Freundschaft". Aber es ist so schade, dass man nicht darüber reden kann.

Ein kleiner Gedankenabschweif: im Radio ging es mal darum, warum wir mit unseren PartnerInnen (im Idealfall) Schluss machen, aber nicht mit unseren Freunden. Haben die, die uns zum Teil länger und manchmal auch intensiver begleitet haben, keinen fairen Abschluss verdient? Stattdessen sagen wir "Alles gut" und das war es dann...

Avatar von Karenina

Da hast du sicher recht , Leute ziehen sich damit beleidigt zurück

Avatar von Norbert

Auch als Frage ist „Alles gut?“ oft problematisch. Ich erwidere oft „Wenn alles gut wäre, wäre ich nicht hier.“ Ist auch nur manchmal der Diskussion förderlich.

Avatar von Anna Asconti

Nach meiner Erfahrung meint „Alles gut“ soviel wie: ich will nicht drüber reden, lass mich in Ruhe oder auch, krass gesagt, leck mich. Es ist womöglich die unglückliche Übersetzung des bayrischen „ Passt scho“, das man verwendet, wenn alles gesagt oder nichts mehr zu sagen ist.

Avatar von Karenina

Genau so seh ich das auch . Aber es wird immer häufiger und ehrlichgesagt regt es mich ein bisschen auf.

Avatar von Daisy Warwick

Ich kann Deinem Beitrag nur zustimmen; "alles gut" ist sehr oberflächlich. Mich nervt es total. Ich vermute, es ist das deutsche Pendant zu "it's okay". Meine zweite Lieblingsfloskel, das permanente "'nen schönen Tag noch", kommt sicher auch von den Amis "have a nice day".